Oberflächentechnik: Herausforderndes Marktumfeld




Oberflächentechnik: Herausforderndes Marktumfeld














Foto: Pexels



Die Unternehmen der Oberflächentechnik bewegen sich weiter in einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld. Der Auftragseingang der Oberflächentechnik verlief 2025 insgesamt rückläufig, während sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit als zentraler Stabilitätsfaktor erwies. Das geht aus einem Bericht des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik hervor.


Zwar hat der Maschinenbau die konjunkturelle Talsohle punktuell erreicht, insgesamt bleibt die Nachfrage aus vielen Kundenbranchen jedoch volatil. Investitionszurückhaltung, geopolitische Spannungen sowie hohe Unsicherheiten bei Kosten und Lieferketten erschweren die Planung. Robert Hild, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik, sagt:  „Die Oberflächentechnik ist innovationsstark und international wettbewerbsfähig. Gleichzeitig stoßen Tempo und Umsetzungskraft zunehmend an Grenzen, wenn die Rahmenbedingungen am Standort Deutschland nicht verlässlich sind.“


Als exportorientierte Branche spürt die Oberflächentechnik die zunehmende geopolitische Fragmentierung besonders stark. Handelsbarrieren, Sanktionsregime sowie anhaltende Diskussionen über Zölle – etwa auf Stahl- und Aluminiumderivate – erhöhen die Unsicherheit und dämpfen Investitionsentscheidungen.


Der Auftragseingang lag über das Jahr 2025 hinweg bei minus 12%, wobei das Inland deutlich schwächer tendierte als das Ausland. Auch zu Beginn des Jahres 2026 setzte sich die verhaltene Entwicklung fort. Einzelne Großprojekte führen zudem zu starken monatlichen Ausschlägen. Der Außenhandel bleibt dennoch eine tragende Säule der Branche. Die deutschen Exporte von Geräten und Anlagen zur Oberflächenbehandlung legten 2025 deutlich zu und wuchsen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20%. Regional zeigt sich jedoch ein sehr heterogenes Bild: Während die Lieferungen in die EU rückläufig waren, kamen wichtige Impulse aus den USA und Mexiko. Die Exporte nach China gingen dagegen spürbar zurück. Für die Hersteller sind stabile handels- und zollpolitische Rahmenbedingungen daher entscheidend für Investitionsentscheidungen.


Auch auf der Produktionsseite setzte sich der rückläufige Trend fort. Die Inlandsproduktion sank 2025 erneut, während die Bedeutung internationaler Standorte weiter zunimmt. Die Ergebnisse der aktuellen VDMA‑Konjunkturumfrage spiegeln diese Gemengelage wider: Zwar bewerten viele Unternehmen ihre Lage als stabil, gleichzeitig sehen über 60% eine Verschlechterung der Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten. Entsprechend rechnet der Fachverband Allgemeine Lufttechnik für die Oberflächentechnik nach einem rückläufigen Jahr 2025 auch 2026 mit einem nominalen Umsatzminus von rund 2%. Erst ab 2027 könnten sich die Vorzeichen wieder verbessern – vorausgesetzt, externe Rahmenbedingungen stabilisieren sich.




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