Unilin: Erste MDF-Platte mit bis zu 25 % Recyclingfasern
Unilin: Erste MDF-Platte mit bis zu 25 % Recyclingfasern

Bazeilles (Frankreich). Der belgische Holzwerkstoff- und Baustoff-Produzent Unilin bringt nach eigenen Angaben als weltweit erster Hersteller MDF-Platten mit einem Anteil von bis zu 25 % Recyclingfasern auf den Markt. Damit hat das Unternehmen zum ersten Mal seine neuartige MDF- und HDF-Recyclingtechnologie in ein kommerzielles Produkt umgesetzt.
Die Markteinführung folgt auf die Inbetriebnahme der neuen Recyclinganlage in Bazeilles in Nordfrankreich. Dank der patentierten „Osiris“-Technologie kann Unilin gebrauchte MDF- und HDF-Platten zu hochwertigen Holzfasern für neue Platten recyceln. Die Anlage verfügt über eine Jahreskapazität von 70.000 Tonnen recycelter Holzfasern und wird schätzungsweise 130.000 Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr einsparen. MDF- und HDF-Platten müssen so nicht mehr in Verbrennungsanlagen landen, sondern können ein zweites Leben erhalten und das gebundene CO2 länger speichern.
Die ersten Platten mit recycelten Fasern sind bereits auf dem Markt erhältlich. Unilin bietet diese MDF-Platten auf Anfrage mit einem Anteil von bis zu 25 % recycelten Fasern an, wobei ein ISCC-PLUS-zertifiziertes Massenbilanzsystem zum Einsatz kommt. „Was jahrelang unmöglich schien, ist nun Realität“, sagt Geert Coudenys, F&E-Leiter bei Unilin Panels. „Durch die Wiederaufbereitung von gebrauchten MDF- und HDF-Platten verlängern wir den Lebenszyklus von Holzfasern erheblich. Das gibt neuen Bäumen die Möglichkeit zu wachsen und CO₂ zu binden, während wir gleichzeitig unsere Abhängigkeit von neuen Rohstoffen verringern. Es ist eine Technologie, die ökologische Vorteile bietet, ohne die Wirtschaftlichkeit zu beeinträchtigen.“
Innovative Technologie
Mit "Osiris" habe Unilin eine Herausforderung gemeistert, an deren Lösung die Branche seit Jahrzehnten gearbeitet habe, so das Unternehmen. Die Technologie trennt Holzfasern, ohne sie zu zerreißen. MDF-Abfälle werden zunächst mit Dampf zerfasert und anschließend sorgfältig gereinigt. So bleiben die Fasern intakt und eignen sich für den Einsatz im bestehenden MDF- und HDF-Produktionsprozess. Die größte Herausforderung ist dabei, dass Verunreinigungen entfernt werden, während gleichzeitig die zurückgewonnenen Fasern die gleiche Qualität wie Frischfasern erreichen.
Unilin blickt bei der Technik zudem über die eigene Produktion hinaus und will die Technologie der Branche im Rahmen von Lizenzen zur Verfügung stellen. Damit wolle man den Übergang zu kreislauffähigen Platten und Bodenbelägen weltweit beschleunigen.
