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Zünd: Wenn die KI das Leder versteht
Zünd: Wenn die KI das Leder versteht

Wie moderne Bildverarbeitung, neuronale Netzwerke und digitaler Zuschnitt die Lederverarbeitung verändern | Neue Konzepte
Die Bewertung von Lederhäuten war lange ein Handwerk, in dem vor allem Erfahrung und Fingerspitzengefühl zählten. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz verändert die Lederbewertung aber gerade nachhaltig. Keine Lederhaut ist wie die andere. Es gibt Narben, Kratzer, Warzen, Insektenstiche, Falten oder andere Unebenheiten, manche sind offensichtlich, viele fallen erst bei genauem Hinsehen auf. Deswegen muss jede Haut individuell geprüft, bewertet und entsprechend zugeschnitten werden. Bisher ein zeit- und personalintensiver Prozess, der nur bedingt standardisiert war und so keine konstanten Ergebnisse liefert. Der „Dectura“-Workflow, den Zünd gemeinsam mit den Partnern Mind und Mindhive entwickelt hat, löst all diese Probleme. Neuronale Netzwerke bilden die Grundlage der KI-gestützten Bewertungslösung. Inspiriert vom menschlichen Gehirn, verarbeiten sie erlernte Muster, um auch kleinste Fehler auf der Lederhaut absolut zuverlässig zu erkennen – auch bei schwierigen Lichtverhältnissen oder stark variierenden Oberflächen. Das Netzwerk wurde mit zehntausenden Bildern trainiert und erkennt auf gegerbten Lederhäuten mittlerweile über 20 unterschiedliche Defektarten. Dabei arbeitet es auf Pixel-Ebene – das bedeutet, selbst kleinste Abweichungen bis 0,17 mm werden unabhängig von Tagesform oder Ermüdung innerhalb von 15 Sekunden erkannt. Im Anschluss werden die betroffenen Zonen ausgemessen, die Gesamtqualität der Haut bewertet und die Schnittteile unter Berücksichtigung der Fehler automatisch platziert. So wird eine maximale Ausnutzung des Materials beim präzisen, vollautomatischen Zuschnitt sichergestellt. Der „Dectura“-Workflow liefert so im Vergleich zum Menschen eine einzigartige Konsistenz bei Qualität und Materialausnutzung – rund 90 Prozent weniger Teile müssen bei der Qualitätskontrolle vor dem Vernähen aussortiert werden, es entsteht fast kein Ausschuss mehr.
